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Eröffnung Ausstellung „Classics“ Lars Teichmann im Kulturzentrum Marstall in Ahrensburg

Sunday, 18. November 2012

11:30- Uhr

Der 1980 in Burgstädt geborene, in Berlin lebende und arbeitende Lars Teichmann nimmt nun einen Klassiker der Malerei, die höchst sensible Malerei von Rodríguez Velázquez zum Ausgangspunkt seiner Bilder.
Dessen unbestechlichen Realismus transformiert er in eine expressive Bildsprache zu Metamorphosen der sichtbaren Welt und zugleich der eigenen Innenwelt.
"Classics" ist die Ausstellung im Kulturzentrum Marstall am Schloss e.V. in Ahrensburg überschrieben. Der Titel ist mit Hintersinn gewählt. Velazquez' Gemälde sind wie viele andere "Ikonen" der Kunstgeschichte heute im kollektiven kulturellen Gedächtnis verankert. Durch Merchandising-Produkte tausendfach reproduziert und medial auf vielfältigen Kanälen verbreitet, sind sie zu Allgemeingut geworden, zu "Klassikern" eben.
Im Begleitkatalog zur Ausstellung formuliert Dr. Sven Nommensen:
Mit vordergründig aggressiver Geste lehnt sich Lars Teichmann gegen den Konsum von Kunst auf, die mehr im Vorbeigehen identifiziert als im Original eingehend betrachtet wird.
Seine kraftvolle Malerei generiert eine Schwebelage zwischen Abstraktion und Figuration. Sie trifft mit expressiver Präsenz und dynamischer Verve auf den Betrachter. So als gelte es, die Strenge des spanischen Hofes im 17. Jahrhundert wieder zu beleben und gleichzeitig zu demontieren, werden die Figuren dem großformatigen Bildraum in hart aufeinander prallenden Hell-Dunkel-Kontrasten ausgeliefert.
Lars Teichmann unterläuft mit lapidarer, symbolischer Schlagkraft Velázquez' eindringliches Erfassen des Individuellen:
Physiognomien verschwinden hinter der explosiven Dramatik, wertvolle Brokatstoffe werden von der Farbe förmlich zerrissen.
Eine weitere Werkreihe, Bilder im kleineren Format, eliminiert jegliche figurative Reminiszenzen: gestisch aufgetragene Neonleuchtfarben bestimmen den aperspektivischen Bildraum.
Im spannungsreichen Gleichgewicht zwischen entfesselter Expressivität und Bildkonstruktion zerbrechen die Formen und scheinen über die
Bildgrenzen hinauszudrängen. Die Vehemenz des gestischen Malakts hinterfragt die Fragilität des Existenziellen.
Die Malerei Lars Teichmanns extrahiert aus dem vordergründig Vertrauten die Essenz und transformiert die tradierten Daseinsformen in fragmentarische Assoziationsfelder. Mit seiner völlig eigenständigen Bildsprache vermag er der Gegenwart einen gleichermaßen sensiblen wie kritischen Ausdruck zu verleihen.

Ausstellung vom 18.11.2012- 16.12.2012

  

Kulturzentrum Marstall am Schloss e.V., Lübecker Straße 8 , 22926 Ahrensburg