Interview mit Barbara Wokurka 2009

barabarawokurkaHallo Barbara. Du bist keine gebürtige Kölnerin, wo liegen deine Wurzeln?
Ich bin in der Nähe von Kassel geboren und aufgewachsen. Meine Großmutter kam aus Köln. Im Laufe der Zeit habe ich in Kassel, Herborn und Siegen gelebt. Seit 2001 wohne ich in Köln. Durch meine Tätigkeit als Szenenbildassistentin bei Filmprojekten, bin ich hierher gekommen.

Arbeitest du noch beim Film?
Nein im Moment nicht. Aber in meinen Bildern behandele ich u.a. Film- und Theaterthemen. So habe ich mich zum Beispiel kürzlich mit den Nibelungen beschäftigt.

Wie hat es dich nach Mülheim verschlagen?
Ich bin durch Mülheim gefahren und wollte nen Kaffee trinken und da hab ich den Kulturbunker entdeckt. Damals gab es noch die Gastronomie. Die hatten einen wunderschönen Biergarten, das hat mir gefallen. Ich bin dann Mitglied geworden und seit 2003 habe ich mein Atelier im Dachgeschoss. Durch mein Engagement bei Veranstaltungen und die Ideen, die ich eingebracht habe, wurde ich 2005 gefragt, ob ich für den Vorstand kandidieren möchte. Das hab ich getan und bin gewählt worden. So ist das entstanden.

Was sind eure aktuellen Projekte im Kulturbunker-Mülheim?
Der Kulturbunker ist ein Soziokulturelles Zentrum, das im Stadtteil wirkt und kulturellen Raum für die Kommunikation für Menschen in unserem Veedel gibt. Wir haben viele Angebote für Kinder und Jugendliche. So gibt eine Kindertheaterreihe. Hier können die Pänz für wenig Geld oder kostenfrei Theater erleben. Kindern und Jugendlichen soll ein Zugang zur Welt des Theaters als einen Ort der Kommunikation und der kreativen Begegnung gegeben werden. Für Jugendliche gibt es Musikprojekte und sie sind mit in der Konzerinitiative „Hit & Run“ eingebunden. Wir habe Projekte zu den Themen Hip Hop und Ausländerfeindlichkeit. Natürlich widmen wir uns auch den Erwachsenen. So findet bei uns das „1. Kölner Ladyfest“ statt, in den der Arbeitskreis „Mülheimer Frauen“ eingebunden ist und vieles mehr. Informationen finden Interessierte in unserem aktuellen Programm, das in ganz Mülheim ausliegt oder im Internet unter www.kulturbunker-muelheim.de. Ich selbst veranstalte Donnerstags Malkurse in meinem Atelier. Wer möchte kann über meine Homepage mit mir Kontakt aufnehmen www.barbara-wokurka.de .
Das alles sind Projekte hinter denen ich stehe und die ich fördern möchte.

Seit wann gibt es dieses Projekt und wie finanziert ihr euch?
Nun auch bei uns sieht es finanziell nicht so rosig aus. Wir werden von der Stadt gefördert, haben Sponsoren und teilweise finanzieren wir uns aus Vermietung und Verpachtung. Wir haben einen großen Saal, dort passen 300 Stühle rein. Mittlerweile hat sich der Kulturbunker etabliert, daher laufen auch große Veranstaltungen bei uns, wie die alljährliche Röschensitzung oder Konzerte. Demnächst haben wir den Kabarettisten Jürgen Becker bei uns zu Gast. So versuchen wir Gelder zu sammeln, um unsere sozialen Projekte zu finanzieren. Leider ist unser Spielraum trotz allem gering und wir versuchen ständig neue Gelder zu aquirieren.
Vor etwa 20 Jahren haben MülheimerInnen begonnen ehrenamtlich den Bunker aufzubauen. In der Struktur, wie er derzeit existiert gibt es ihn seit 2001.

Was gefällt dir an Mülheim?
Mir gefällt das ungeleckte und das multikulturelle Leben hier. Die Nähe zum Rhein ist ein großer Pluspunkt für mich. Mülheim ist ja irgendwie geteilt, am Clevischen Ring. Der Norden ist oft sehr ungepflegt, und verwahrlost, dafür gibt es hier die großen Veranstaltungsorte. Der Süden hat eine schöne Infrastruktur und ist viel ruhiger und sauberer. Was mir fehlt sind kleine nette Veranstaltungsorte. Es gibt zu wenig gepflegte Lokale, wo man in einer netten Atmosphäre ausgehen kann.

Was bestimmt neben dem Kulturbunker derzeit dein Leben?
Ich bin hauptberuflich Architektin und bin festangestellt beim LVR. In meiner Freizeit engagiere ich mich für Kunst, Kultur, ich bin oft in meinem schönen Atelier, ich liebe das gestalten in jeder Art. Außerdem bin ich viel in der Natur und ich Reise sehr gern. So mache ich demnächst seit langer Zeit mal wieder einen Segelturn.
Ich mache sehr viel, so lese ich gern, lege Karten, mache Reiki, meditiere und koche leidenschaftlich gern.

Was ist dir Wichtig, was würdest du gern in dieser Welt verändern?
Das ist eine schwere Frage. Ich würde Ethik zum Pflichtfach in der Schule machen. Ich möchte, dass alle Weltreligionen friedlich nebeneinander bestehen können. Das ist das Grundgut allen kulturellen Eigentums. Sie sollten sich gegenseitig mehr Einblick gewähren und mehr Toleranz üben. Ich fände es sinnvoll, wenn sie sich akzeptieren und einander abgeben können. Religion ist ein Akzeptieren von Lebensumständen und die Suche verschiebt sich dann einfach. Ich meine damit es gibt Halt und wir können uns im Besten Fall anderen bereichernderen Erfahrungen zuwenden.

Du hast sehr viel gemacht, gibt es Erfahrungen, die dich besonders geprägt haben?
Ich bin ein neugieriger Mensch, deshalb mache ich permanent Erfahrungen.
Ich bewege mich mein ganzes Leben lang. Es sind immer neue Schritte, die ich mache und doch bleibe ich mit dem Alten verbunden. So pflege ich Verbindungen, zu meiner Familie und alten Freunden, die in ganz Deutschland verstreut leben, auch wenn ich selbst etwas ganz anderes mache. Ich brauche starke Sozialkontakte, die ich nachhaltig pflege. Ich habe viele tiefe Erfahrungen gemacht. Ich war verheiratet, habe zwei Söhne, habe unzählige Projekte gemacht. Das ist ein ständig wandelnder Prozess. Ich profitiere auch von dem alten, von meinen früheren Erlebnissen, indem es mich bereichert und mir bei meinen neuen Schritten hilft. Zum Beispiel profitiere ich momentan von meinem Abitur im Sozialen Bereich, da ich zur Zeit für meine Arbeit beim LVR in der Psychiatrie tätig bin.

Was wünschst du dir für die Zukunft?
Ich will viele und größere Kunstprojekte machen. Ich möchte gern, wenn ich das Geld zur Verfügung hätte, ein architektonisches Kunstprojekt machen. Dabei denke ich an einen „Raum der Tiefe und der Stille“. Das soll ein Meditationsraum werden, in dem der Mensch seine eigene Unendlichkeit erfahren kann. Der Mensch ist so unendlich wie das Weltall und ich möchte gern anderen, ohne Meditationserfahrung, die Möglichkeit schaffen, dass sie dies einmal spüren und erfahren. Ich weiß auch schon genau, wie der aussehen soll. Das ist natürlich ein großes Projekt und ich brauche dazu Förderer und Helfer, mit denen ich dieses verwirklichen kann.

Wir wünschen dir bei der Verwirklichung deiner Träume und deinen weiteren Schritten viel Glück und wir bedanken uns für das Interview.

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