das Kultur und Nachrichtenmagazin

Kalender

kunstraume.jpg 

Ausstellung "Berge begegnen sich nicht 2"

Mittwoch, 8. April 2020
15:30-18:30 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

2016 kamen sechs deutsch-iranische Künstler*innen in den Kunsträumen der Michael Horbach Stiftung zusammen, um die von Gérard A. Goodrow kuratierten Ausstellung Berge begegnen sich nicht zu bestreiten. Der Titel der vielbesprochenen Gruppenschau geht zurück auf ein altes persisches Sprichwort. Vier Jahre später gibt es nun eine Wiederbegegnung. Und in der Zwischenzeit ist viel passiert – wichtige Ausstellungsbeteiligungen, Kataloge, Studienreisen, Stipendien, öffentliche und private Aufträge und vieles mehr. In übertragenen Sinne sind die Künstler*innen also selbst Berge geworden – sie sind reifer, haben sich in ihren jeweiligen Karrieren gefestigt und im Züge der politischen Veränderungen sowohl in Deutschland und Europa als auch im Iran stehen sie heute für viel mehr als nur sich selbst. Und Berge begegnen sich doch, könnte man behaupten.

Von Bildern und Zeichnungen über Objekten und Installationen bis hin zur Fotokunst sind die unterschiedlichsten Medien vertreten. Zwischen 1971 und 1980 geboren, stehen die sechs Teilnehmer*innen – Mahssa Askari, Bahar Batvand, Gila Abutalebi, Linda Nadji, Reza Nadji und Pari Moradi – stellvertretend für eine mittlere Generation europäischer Gegenwartskünstler mit Migrationshintergründen. In einem geschickten Wechselspiel finden in ihren höchst differenzierten Werken Erinnerungen bzw. Erzählungen aus dem damaligen und heutigen Iran und die eigenen Erfahrungen und Erlebnissen in der neuen europäischen Heimat auf vielfältige Weise Ausdruck. Dennoch lassen die Künstler*innen sich auf keinen Fall auf ihrer iranischen Herkunft reduzieren und leisten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der aktuellen Kunstszenen in Köln, Deutschland, Europa und weit darüber hinaus.

Mit ihren zarten Zeichnungen erweitert Pari Moradi (*1977 in Teheran, lebt und arbeitet in Köln und Mallorca) ihre Motivwelt um ein Vielfaches. Nach einer längeren künstlerischen Auseinandersetzung mit Tonscherben greift sie nun auf unterschiedliche Einzelmotive: von Alltagsobjekten über Hochspannungsmasten bis hin zu Vögeln im Flug – jedes Bild steht für sich, doch zusammen bilden sie ein Bewusstseinsstrom, der vielfältige Assoziationen zulässt.

Die Bilder von Mahssa Askari (*1980 in Khoramshahr, lebt und arbeitet in Düsseldorf) sind ebenfalls enigmatisch und wirken oft nostalgisch oder muten wie Filmsequenzen an. Leicht verschleiert wie die Erinnerung selbst erzählen sie mehrdeutige Geschichten – eine geschickte Verflechtung von Traum und Wirklichkeit. So schlägt die Künstlerin selbst dem Betrachter vor: „Schließe deine Augen und stelle dir vor...“

Zwischen Traum und Wirklichkeit bewegt sich die erste Gemeinschaftsarbeit der Geschwister Linda und Reza Nadji (*1972 in Teheran, lebt und arbeitet in Köln / *1978 in Teheran, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles). Das Fotomaterial für die Installation stammt aus dem Archiv des Familienbetriebs Fotostudio Nadji in Teheran, welches in den 1950er Jahren vom Vater und Onkeln der Künstler gegründet und 2015 schließlich aufgelöst wurde. Die ausgewählten Bilder zeigen Aufnahmen von Hochzeitsfeiern und geben einen Einblick in das Leben der Teheraner Mittelschicht vor der Revolution 1979. In seinen eigenen Fotos gibt Reza Nadji Einblicke in das heutige Teheran, so dass der historische Bogen nahezu 40 Jahre spannt – frei nach dem Motto „Es war einmal...“

Linda Nadjis Werk hingegen bewegt sich zwischen Formalismus und Narration. Fensterumschläge – häufig Träger von offiziellen Informationen von Behörden – dienen hierbei häufig als Bildgrund – oder zusammengenäht werden sie selbst zum Bild.

Die objekthaften Bilder von Bahar Batvand (*1974 in Ahwaz, lebt und arbeitet in Düsseldorf) oszillieren ebenfalls zwischen Form und Inhalt, wobei der Arbeitsprozess eine herausragende Rolle spielt. Wicklungen von verschiedenfarbigen Faserstoffen und Drahtnetzen können als Metapher für die komplexen Verflechtungen des Lebens begriffen werden. Hierbei bezieht sich die Künstlerin u.a. auf ein Zitat Charles Darwins: „Nichts im Leben ist beständiger als der Wandel.“

Und dass nichts schöner, aber auch komplizierter ist als die Sprache beweisen auch die Bilder des Polyglotts Gila Abutalebi (*1971 in Ried/ Österreich, lebt und arbeitet in Köln). Auch hier entsteht ein Spannungsfeld zwischen Form und Inhalt. Die scheinbar endlose Wiederholung einzelner lateinischer Buchstaben ergeben Muster, die an arabische Schiften erinnern. Hier wird eine andere Form des Lesens vom Betrachter abverlangt, denn statt Erzählungen bietet uns die Künstlerin vielmehr Meditationsfelder für die eigenen Gedanken.

Kuratiert von Gérard Goodrow

Vernissage: 08. März 11 - 14 Uhr
Ausstellungsdauer: 08. März bis 12.April 2020

Mi. und Fr. 15.30 – 18.30 Uhr, So. 11 – 14 Uhr, sowie nach Vereinbarung
Tel. +49 (0)221 2999 3378

www.michael-horbach-stiftung.de

 

 

Ort 

Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

Wormser Str. 23 (Hinterhaus)
50677 Köln
Deutschland NRW
0221-29993378
http://www.michael-horbach-stiftung.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Musik / Film

POWFU | "ill come back to you" + EP VÖ Verschiebung

poemNach seinem Breakout-Hit „deathbed (coffee for your head)“ und seiner vor kurzem veröffentlichten Follow-Up-Single „I’m Used To It“ sollte eigentlich heute die brandneue EP „poems of the past“ des aufsteigenden Lofi-Artist Powfu erscheinen. Diese ...


weiterlesen...

»Social Distancing Mit Herz | Teil 2« Corona ist ansteckend. Musik auch.

FacebookYT SocialDistancingMitHerz 15MaiDie Corona-Pandemie hat von einem Moment auf den anderen fast alle geplanten Kulturveranstaltungen bis mindestens Sommer unmöglich gemacht. Es wird Zeit, dass wir den Kulturschaffenden nun ein Gesicht und eine Stimme geben, sie anhören und zusamme...


weiterlesen...

Martin Garrix! "Higher Ground" - OUT NOW!

higher groundNachdem Garrix bereits mit vielversprechenden Teasern neckte und die Spannung ins unermessliche trieb, belohnt er seine Fans passend zu seinem eigenen Geburtstag mit seiner brandneuen Single “Higher Ground”. Hier trifft er wieder auf seinen Altbek...


weiterlesen...

in focusgalerie - Magie der Photographie #14

14Clergue gilt als ein der wichtigsten Wegbereiter der Photographie. Er hat maßgeblich zur Anerkennung der Photographie als Kunst beigetragen. Mit seinen Aktphotographien, die zunächst als Pornographie diskreditiert, dann aber von Pablo Picasso als ...


weiterlesen...

"museenkoeln – Das Magazin" widmet sich dem Thema Energie

museen kölnDas neue Heft liegt kostenlos aus und ist auch online erhältlich

Die aktuelle Ausgabe von "museenkoeln – Das Magazin" behandelt ganz aktuelle Fragestellungen, etwa wie die Sammlungen und Ausstellungen trotz Corona ihren Weg zum Publikum fanden und...


weiterlesen...

weitere Informationen

Musik / Film

Christin Stark trifft die richtigen Töne – das neue Album »STARK« (VÖ 05.06.2020) produziert von Matthias Reim

christinSTARK ist, seinen eigenen Weg zu gehen und seine Vision, etwas Unvergleichbares auf die Beine stellen zu wollen, nie aus den Augen zu verlieren. STARK ist, über Situationen und Entwicklungen im Leben zu reden, die nicht der schönen, heilen Welt en...


weiterlesen...

IZZY BIZU | Video zur Single "Faded"

ibuNachdem Izzy Bizu letzte Woche ihre glänzende Rückkehr mit der brandneuen und euphorischen Single “Faded” feierte, erschien gestern das Video.

Izzy über den Song: “It's one of those weird feelings; when you're with them you feel faded but when you...


weiterlesen...

Corona-Virus: 110 Erkrankte in Köln

stadt Koeln LogoAbstand halten und Mund-Nasen-Bedeckung tragen!

Zur aktuellen Lage: Mit Stand, Sonntag, 10. Mai 2020, 15.30 Uhr, gibt es auf dem Gebiet der Stadt Köln den insgesamt 2.389 (Vortag: 2.386) bestätigten Corona-Virus-Fall. 55 (Vortag: 58) Personen befi...


weiterlesen...

MO-TORRES “Herkules”

Mo Torres HERKULES Cover“Herkules” ist die neue Single von MO-TORRES, die er zusammen mit Produzent Philipp Evers, auch Mitglied der Band ´KUULT`, in den letzten Wochen zwischen Köln und Essen pendelnd, entwickelt hat. Ein dynamischer Rap meets Pop-Song, der große Energi...


weiterlesen...

lebeART Video

Interview mit Udo Kier und Ed LachmannVideo Kunst und Kultur
insight_logo_50


Sabine Teichmann und Dirk Conrads von Köln InSight.TV im Gespräch mit Udo Kier und Ed Lachmann.

...
weiterlesen

LebeART Radio-Edition

lebeART Magazin jetzt LIVE
Köln-InSight.TV

Werbung

Anzeige

 

lebeART Kalender

Letzter Monat Mai 2020 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 18 1 2 3
week 19 4 5 6 7 8 9 10
week 20 11 12 13 14 15 16 17
week 21 18 19 20 21 22 23 24
week 22 25 26 27 28 29 30 31

Anzeige

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.