das Kultur und Nachrichtenmagazin

Kalender

museum ludwig.jpg 

Ausstellung "Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben"

Dienstag, 10. Dezember 2019
10:00-19:00 Uhr

Als iCal-Datei herunterladen

   

Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums widmet sich das Museum Ludwig mit einer kleinen Präsentation im Fotoraum der Fotografin und Fotohistorikerin Lucia Moholy. In diesem Rahmen werden auch drei neuerworbene Vintage Prints von Lucia Moholy erstmals gezeigt. Neben ihren fotografischen Werken werden auch Briefe aus dem Archiv des Museum Ludwig präsentiert, die einen regen Austausch zwischen Moholy und dem Fotosammler und -historiker Erich Stenger belegen. Gemeinsam hatten sie um 1932 vor, ein Buch über die Geschichte der Fotografie zu schreiben. Der Aufstieg der Nationalsozialisten trieb Moholy jedoch in die Emigration, während Stenger in Deutschland zum gefragten Experten auf dem Gebiet aufstieg. Moholy veröffentlichte schließlich selbstständig in London 1939 A Hundred Years of Photography 1839–1939.

Ihr Buch wurde der erhoffte Kassenschlager und enthielt für seine Zeit Gedanken zur Fotografie, die radikal neu waren: Fotografie und Malerei wurden als zwei gleichwertige Wege beschrieben, beispielsweise „abstrakte Bilder“ herzustellen: „Fotografie wurde (...) von einigen abstrakten Malern als neues Medium aufgenommen, mit dem sie versuchten, ihrem Gefühl für Ausgewogenheit Ausdruck zu verleihen. Es sind der in Frankreich lebende Man Ray, und Moholy-Nagy in den USA. Sie griffen die Methode der ‚Fotogenischen Zeichnung‘ auf, entdeckt von Schulze 1727 und Fox Talbot vor 1834 bekannt, und wendeten sie auf spezielle Weise an. (...) Die Frage, ob die Fotografie irgendeinem Einfluss der abstrakten Kunst unterworfen worden sei, stellt sich aber nicht in Bezug auf diese Bilder. Es war ein Prozess der Angleichung, nicht der Beeinflussung.“

Lucia Moholy selbst hatte als Fotografin Fotogramme (die auch als fotogenische Zeichnung bezeichnet werden) entwickelt und diese Technik ihrem damaligen Partner, dem Maler und Bauhaus-Lehrer László Moholy-Nagy, nahe gebracht. Ein Fotogramm ist eine kameralose Fotografie, bei der Objekte auf lichtempfindliches Papier gelegt und belichtet werden. Ihr Schatten bleibt auf dem Papier als helle Fläche zurück. Als (Kunst-)historikerin führte sie das Verfahren auf frühe fotografische Experimente zurück, wie Johann Heinrich Schulzes Entdeckung der Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen im 18. Jahrhundert oder William Henry Fox Talbots erste Fotogramme aus den 1830er Jahren. Das heißt, sie fand die Wurzel fotografisch-kreativen Arbeitens bereits in der Vorgeschichte der Fotografie, was den zeitgenössischen Werken noch mehr Gewicht – eine Tradition – zusprach. Außerdem beschrieb sie Fotogramme als gleichwertig zu abstrakten Tendenzen in der Malerei.

Wie zukunftsweisend Moholys Fotogeschichte damit war, zeigt sich besonders im Vergleich zu dem Buch Die Photographie in Kultur und Technik. Ihre Geschichte während hundert Jahren von Erich Stenger. Für ihn war die Fotografie vor allem eine Technik, die auf vielen Gebieten Anwendung fand, nicht aber eine Möglichkeit kreativen Ausdrucks. Er schrieb über das Fotogramm: „ Wenn man sich begnügt, die Licht-Schatten-Verteilung irgendeines in einem Lichtkegel befindlichen Gegenstandes bildmäßig festzuhalten, den Gegenstand also nur in seinem Schattenriss, nicht als photographisches Bild, wiederzugeben, so gelangt man zum ‚Photogramm‘ (...). Es entstanden gelegentlich spielerisch reizvolle Schattenbilder in dieser ‚kameralosen‘ Betätigung, die mit der objektiven Lichtbildnerei nichts gemein hat.“ Stengers ironischer, um nicht zu sagen herablassender Ton und sein konservativer Kunstgeschmack, machen es schwer, sich eine gemeinsame Fotogeschichte von ihm und Lucia Moholy vorzustellen. Umso überraschender ist die Erkenntnis, dass sie darüber nachdachten.

Grundlage ihrer beider Forschungen war die Sammlung Stenger, die heute als Teil der Sammlung Agfa im Museum Ludwig verwahrt wird. Hier sah Moholy frühe Fotogramme von Talbot, von denen eines in der aktuellen Präsentation gezeigt wird. Durch Erich Stenger erfuhr Moholy auch von Johann Heinrich Schulzes frühen Experimenten. Während Stenger die Verbindung zu den „reizvollen Schattenbildern“ seiner Gegenwart nicht gelang, spannte Moholy den großen Bogen. Ein Grund mehr, ihre Geschichte im Museum Ludwig zu würdigen.

Lucia Moholy. Fotogeschichte schreiben
12. Oktober 2019 – 2. Februar 2020

Kuratorin: Miriam Szwast
Web und Social Media
Zur Ausstellung kommuniziert das Museum Ludwig auf seinen Social-Media-Kanälen mit dem Hashtag #MLxMoholy
Facebook/Instagram/Twitter/Vimeo: @MuseumLudwig – www.museum-ludwig.de

 

Ort 

Museum Ludwig

Heinrich-Böll-Platz
50667 Köln
Deutschland NRW
0221-221-26165
http://www.museum-ludwig.de 

Anfahrt und Karte (klicke auf Symbol)

Veranstaltungsort:  Beschreibung Anfahrt Info mehr...
andere: Kunst und Kultur
mehr aus: Köln
weitere von:
Museum Ludwig

Teilen

 

 zum Kalender

 

You have no rights to post comments

Datenbank von lebeART

weitere Beiträge

Gesundheit und Bildung in Köln

TH Köln – Themen und Termine vom 27. Juli bis 2. August 2020

TH KölnStudienberaterinnen und -berater der TH Köln und der Universität zu Köln informieren am Dienstag und Donnerstag, 28. und 30. Juli 2020 von 15.00 bis 16.00 Uhr gemeinsam über das Studienangebot der beiden Hochschulen. Die Online-Beratung in Form ei...


weiterlesen...

Lost Frequencies feat. Easton – One More Night

LFEs ist etwa fünf Jahre her, dass Lost Frequencies mit "Are You With Me", seiner einzigartigen Interpretation der Originalversion des amerikanischen County-Sängers Easton Corbin, die Welt im Sturm eroberte. Seitdem hat sich der belgische DJ, Produz...


weiterlesen...

WHAT HAPPENED bringt den Horror der Highschool heute auf Steam

what happend cosmocoverPolen – 31. Juli 2020 – Der Indie-Publisher Katnappe und der Entwickler Genius Slackers geben bekannt, dass das Highschool-Horror-Spiel, What Happened, ab sofort via Steam für den PC mit einem Launch-Wochen-Rabatt von 10% erhältlich ist. 

What Hap...


weiterlesen...

Konzert unter Corona-Auflagen: Nach 22 Wochen Pause spielt Björn Heuser wieder live im Gaffel am Dom

Björn Heuser Foto Dirk Loerper honorarfreiKöln, 28. Juli 2020 – Das letzte Mitsingkonzert im Gaffel am Dom gab Björn Heuser vor seiner Stimmband-Operation, am 28. Februar. Das „Comeback“ hatte er für den 13. März geplant. Doch die Corona-Restriktionen machten einen Strich durch die Rechnu...


weiterlesen...

Veranstaltungen im September 2020 an der Alanus Hochschule

csm Alanus Hochschule X Exchange Students Copyright Smilla Dankert 1091c41da702. September 2020
Hospitationstag im Masterstudiengang „BWL – Wirtschaft nachhaltig gestalten“
Modul: „Unternehmensführung”
Dozentin: Prof. Dr. Susanne Blazejewski
Zeit: 13:00 Uhr
Anmeldung per E-Mail: wirtschaft@alanus.edu
Ort: Alanus Hochschule für K...


weiterlesen...

weitere Informationen

Musik / Film

Alfons Hasenknopf & Band

hasenknopfBei all den Missständen, all dem Gegeneinander und der Verzweiflung und Unsicherheit, die momentan in der Welt herrschen, sendet Alfons Hasenknopf mit seinem Titel „Hand In Hand – Earthpeople“ eine Botschaft des Für- und Miteinanders: es geht um d...


weiterlesen...

Wilfried Rosendahl wird neuer Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim

Wilfried Rosendahl Bildrechte rem Maria SchumannProfessor Dr. Wilfried Rosendahl wird ab 1. Januar 2021 neuer Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim (rem). Das hat der Gemeinderat gestern in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen. Er folgt auf Professor Dr. Alfried Wieczorek, der na...


weiterlesen...

UNSER BODEN, UNSER ERBE Der Film für eine zukunftsfähige Landwirtschaft Ab 8. Oktober im Kino!

unser boden w filmDirekt vor unserer Haustür liegt etwas, das uns alle ernährt: lebendiger Boden. In einer Handvoll fruchtbarem Ackerboden können so viele Lebewesen sein, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt. Nur diese eine dünne Humuschicht sorgt für Lebensmit...


weiterlesen...

Stadt Köln untersagt Betrieb einer Gaststätte im Stadtbezirk Mülheim

stadt Koeln LogoWeder Gewerbeanmeldung noch Konzession konnten nachgewiesen werden

Die Gewerbeabteilung des Amtes für öffentliche Ordnung der Stadt Köln hat am Mittwochmittag, 29. Juli 2020, eine Gaststätte im Stadtbezirk Mülheim nachkontrolliert. Dabei wurde sie...


weiterlesen...

lebeART Video

VIDEO - Pinseltransformation von Jo TehVideo Kunst und Kultur
pinseltransformation

Mc-proMedia - lebeART hat den Künstler Jo Teh bei der Entstehung des Werkes Panorama Nr.14 über e...


weiterlesen

Werbung

lebeART Kalender

Letzter Monat August 2020 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 31 1 2
week 32 3 4 5 6 7 8 9
week 33 10 11 12 13 14 15 16
week 34 17 18 19 20 21 22 23
week 35 24 25 26 27 28 29 30
week 36 31

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.